Robert Koch-Institut: Journal of Health Monitoring https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/journal-of-health-monitoring-node.html Dies ist der RSS Feed des Robert Koch-Instituts zum Journal of Health Monitoring.    de-de    Copyright by Robert Koch-Institut. Alle Rechte vorbehalten    webmaster@rki.de    webmaster@rki.de    60          Depressive und Angstsymptomatik bei Erwachsenen in Deutschland: Ergebnisse aus dem Panel „Gesundheit in Deutschland“ 2024 Fri, 05 Dec 2025 08:00:00 +0100 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_4_Panel_Depression_Angst.html Abstract: Hintergrund: Telefonsurveys zeigen für 2020 – 2023 eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit Erwachsener in Deutschland. Für das Jahr 2024 werden Ergebnisse aus dem neuen Panel „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts zu depressiver und Angstsymptomatik vorgestellt und in bestehende Zeitreihen eingeordnet. Methode: Mit Daten von n = 27.102 schriftlich bzw. online befragten Teilnehmenden wurden Prävalenzen geschätzt und Subgruppenunterschiede untersucht. Trends 2014 – 2024 wurden unter Berücksichtigung von Methodenbrüchen modelliert. Ergebnisse: Im Jahr 2024 wiesen geschätzt 22 % der Erwachsenen eine depressive Symptomatik auf (PHQ-9 ≥ 10), 14 % eine Angstsymptomatik (GAD-7 ≥ 10). Bei 8 % der Erwachsenen lag eine mittelschwere bis schwere depressive oder Angstsymptomatik vor (PHQ-9/GAD-7 ≥ 15). Frauen, jüngere Erwachsene sowie Personen mit niedriger oder mittlerer Bildung waren häufiger betroffen. Besonders hoch war die Belastung unter jungen Frauen: 47 % wiesen eine depressive oder Angstsymptomatik auf. Die Anteile 2024 liegen deutlich über den Vorjahreswerten, wobei diese Unterschiede größtenteils auf den Methodenwechsel zurückzuführen zu sein scheinen. Ob sich der von 2020 – 2023 beobachtete Anstieg weiter fortsetzt, kann auf Grund der veränderten Methodik nicht abschließend beurteilt werden. Schlussfolgerungen: Es besteht weiterhin hoher Bedarf an Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit der Bevölkerung. Die Etablierung des RKI-Panels in den kommenden Jahren ermöglicht in Zukunft eine methodisch konstante Beobachtung depressiver und Angstsymptomatik, welche eine zentrale Voraussetzung für die zuverlässige Beurteilung von Trends in der Bevölkerung darstellt.              Gesundheitsmonitoring am Robert Koch-Institut – Auswirkungen eines veränderten Studiendesigns auf Stichprobenzusammensetzung und Prävalenzschätzer durch den Start des Panels „Gesundheit in Deutschland“ Fri, 05 Dec 2025 08:00:00 +0100 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/ConceptsMethods/JHealthMonit_2025_4_Panel_Auswirkungen_Studiendesign.html Abstract: Hintergrund: Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet mit wiederholten Datenerhebungen kontinuierlich zentrale Gesundheitsindikatoren in der Allgemeinbevölkerung. Da Änderungen im Erhebungsdesign die Prävalenzschätzungen beeinflussen und somit eine Trendinterpretation erschweren können, wurde der Start des RKI-Panels „Gesundheit in Deutschland“ durch eine Methodenstudie begleitet. Methode: Das RKI-Panel beruht auf einer Zufallsstichprobe aus Einwohnermeldeamtsdaten und selbstadministrierter schriftlicher Befragung (online oder Papier). Stichprobenzusammensetzung, Prävalenzschätzer und Antwortverhalten wurden mit parallel erhobenen Daten des Telefonsurveys GEDA 2024 verglichen. Zur Quantifizierung methodenbedingter Unterschiede in den Prävalenzschätzern wurden Daten früherer Surveys zur Modellierung einbezogen. Ergebnisse: Im RKI-Panel 2024 konnten junge Erwachsene, Hochaltrige und Personen mit niedriger Bildung besser erreicht werden. Die Prävalenzschätzungen weichen teils deutlich von GEDA 2024 ab, insbesondere bei Indikatoren der psychischen Gesundheit und deren Einflussfaktoren. Im RKI-Panel zeigt sich bei Hochaltrigen häufiger eine eingeschränkte körperliche, bei jungen Erwachsenen eine schlechtere psychische Gesundheit. Über die Modellierung kann meist – trotz methodenbedingter Prävalenzunterschiede – der Trendverlauf beurteilt werden. Schlussfolgerungen: Das RKI-Panel bildet die Bevölkerung in Deutschland realistischer ab als die bisherigen Telefonsurveys. Prävalenzabweichungen begründen sich in Effekten des Erhebungsmodus, des Fragebogendesigns sowie veränderter Stichprobenzusammensetzung.              Panel „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts – Hintergrund und Methode der Jahreserhebung 2024 Fri, 05 Dec 2025 08:00:00 +0100 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/ConceptsMethods/JHealthMonit_2025_4_Panel_Methode_Jahreserhebung.html Abstract: Hintergrund: Das Panel „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts (RKI) bietet als neue Datenerhebungs-Infrastruktur des RKI die Möglichkeit regelmäßig Primärdaten zu Public-Health-relevanten Themen der Bevölkerung in Deutschland zu erheben (Erhebungsmodus: Online – CAWI und schriftlich – PAPI). Dieser Artikel stellt die Teilnahmequoten der Teilwellen sowie die Zusammensetzung der Stichprobe dar. Zudem werden Besonderheiten der Jahreserhebung 2024 beschrieben. Methode: Die Jahreserhebung 2024 schloss sich an die initiale Rekrutierungsstudie des RKI-Panels an. Für diese Befragungswelle wurden die registrierten Panel-Teilnehmenden in drei Teilwellen mit vier unterschiedlichen Fragebögen zu unterschiedlichen Themen befragt. Ergebnisse: In den drei Teilwellen der Jahreserhebung 2024 wurden Teilnahmequoten zwischen 81,3 % und 75,3 % erzielt. In der ersten Teilwelle nahmen 38.212 Personen teil, in der zweiten konnten 36.134 Interviews realisiert werden. Die dritte und letzte Teilwelle umfasste 35.786 Interviews. Schlussfolgerungen: Mit der Jahreserhebung 2024 steht eine umfassende Datengrundlage für verschiedene Public-Health-relevante Fragestellungen zur Verfügung. Folgende Themenbereiche sind berücksichtigt: körperliche und psychische Gesundheit, Inanspruchnahme von Versorgung, gesundheitsrelevantes Verhalten, Gesundheitskompetenz, soziale Rahmenbedingungen sowie der Zusammenhang von Klimawandel und Gesundheit. Die Daten beziehen sich auf die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren.              Körperliche Aktivität in Deutschland: Diskrepanz zwischen hoher gesellschaftlicher Erwartung und tatsächlichem Aktivitätsverhalten im Alter Wed, 26 Nov 2025 09:00:00 +0100 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_4_Koerperliche_Aktivitaet_Alter.html Abstract: Hintergrund: Körperlich aktiv zu bleiben trägt im Alter nachweislich zu einem längeren und gesünderen Leben ohne Unterstützungsbedarf bei. Entsprechend hat sich eine gesellschaftliche Erwartung im Alter aktiv zu bleiben (präskriptive Altersnorm) etabliert – vor allem unter älteren Menschen selbst. Aber sind sie tatsächlich entsprechend körperlich aktiv? Methode: Anhand repräsentativer Daten der Befragung Age_ISM Germany (Alter 16 – 96) wird untersucht, wie stark ältere im Vergleich zu jüngeren Befragten der präskriptiven Norm zustimmen, dass „alte Menschen normalerweise körperlich aktiv bleiben sollten“. Demgegenüber gestellt wird das tatsächliche Aktivitätsverhalten 18- bis über 90-Jähriger anhand der GEDA-Umfragedaten 2019/2020 des Robert Koch-Instituts. Hierdurch werden die Zustimmung zur präskriptiven Norm und das tatsächliche Verhalten miteinander verglichen. Ergebnisse: Obwohl die präskriptive Altersnorm, körperlich aktiv zu bleiben, in den höheren Altersgruppen stärker befürwortet wird als in den jüngeren Altersgruppen, ist der Anteil der Personen, die nach Definition der Weltgesundheitsorganisation ausreichend aktiv sind, in höheren Altersgruppen signifikant geringer. Schlussfolgerungen: Es zeigt sich eine Norm-Verhaltens-Lücke: Besonders ab 75 Jahren klaffen Erwartungen an körperliche Aktivität und tatsächliches Verhalten zunehmend auseinander. Auf individueller Ebene kann das negative Altersstereotyp des inaktiven, passiven alten Menschen, beispielsweise dazu beitragen, dass sich ältere Menschen weniger von Bewegungsprogrammen angesprochen fühlen. Auf gesellschaftlich-struktureller Ebene könnte dies auf einen Mangel an alterssensiblen Bewegungsangeboten hinweisen.              Bewegung und Bewegungsförderung in Deutschland – Ein Überblick Wed, 26 Nov 2025 09:00:00 +0100 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_4_Bewegungsfoerderung_Ueberblick.html Abstract: Hintergrund: Regelmäßige Bewegung ist gesund, dennoch bewegt sich ein großer Teil der Bevölkerung in Deutschland zu wenig. Dies hat erhebliche gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen. Da das Thema verschiedene Lebenswelten und politische Sektoren betrifft, fehlt häufig ein systematischer Überblick über verfügbare Daten zum Bewegungsverhalten sowie zur Praxis der Bewegungsförderung in Deutschland. Methode: Der Beitrag basiert auf vier vom Bundesministerium für Gesundheit in den Jahren 2022 bis 2024 veröffentlichten Bestandsaufnahmen zur Bewegungsförderung in Deutschland. Analysiert wurden Daten zum Bewegungsverhalten (Sekundärdatenanalyse) sowie zur Praxis der Bewegungsförderung in verschiedenen Sektoren (Mixed-Methods-Ansatz). Dabei wurde zwischen guter Praxis (Projekte mit nachgewiesener Wirksamkeit) und etablierter Praxis (routinemäßige Aktivitäten) der Bewegungsförderung differenziert. Ergebnisse: Zwischen 1993 und 2024 erhoben elf Institutionen aus unterschiedlichen politischen Sektoren in 23 größeren Studien Daten zum Bewegungsverhalten. Aktuelle Daten zeigen, dass ältere Menschen, Frauen, sozioökonomisch benachteiligte Gruppen und Menschen mit nichtübertragbaren Erkrankungen weniger aktiv sind. Insgesamt wurden 43 Projekte guter Praxis und 88 Maßnahmen etablierter Praxis identifiziert. Während die Wirksamkeit für gute Praxis nachgewiesen ist, trifft dies nur auf 11 % der etablierten Praxis zu. Gute Praxis erreicht seltener eine Reichweite von mindestens 100.000 Personen (12 % der eingeschlossenen Projekte) als etablierte Praxis (25 %). Zudem ist die Laufzeit guter Praxis häufiger auf unter fünf Jahre begrenzt (33 %) als bei etablierter Praxis (9 %). Schlussfolgerungen: Bewegungsförderung ist ein intersektorales Handlungsfeld, welches eine verstärkte strukturelle Verankerung und Verantwortungsübernahme erfordert. Um mehr Menschen in Bewegung zu bringen, sollte die Reichweite guter Praxis erhöht und die Wirksamkeit etablierter Praxis häufiger evaluiert werden. Die seitens des Bundes geplante Gründung eines Nationalen Kompetenzzentrums für Bewegungsförderung bietet hierfür eine Chance.              Bestands­aufnahme der Bewegungs­förderung in Kitas in Deutsch­land. Ergeb­nisse einer Quer­schnitt­befragung des BeweKi-Projekts Wed, 19 Nov 2025 09:00:00 +0100 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_4_BeweKi-Projekt.html Abstract: Hintergrund: Bewegungsförderung sollte früh beginnen, da sich ein aktiver Lebensstil in jungen Jahren leichter etablieren lässt und sich positiv bis ins Erwachsenenalter auswirken kann. Kitas eignen sich besonders für Bewegungsförderung, da über 90 % der Kinder ab drei Jahren eine Kita besuchen. Trotz zahlreicher Programme fehlt eine wissenschaftliche Datenbasis zur Verbreitung konkreter Maßnahmen sowie ausreichende Evidenz zu Einflussfaktoren auf deren Umsetzung. Methode: Mit der Befragung zum Stand der Bewegungsförderung in Kindertageseinrichtungen (BeweKi-Status 2022/2023) wurden Kita-Leitungen zu strukturellen Bedingungen und das pädagogische Personal zu bewegungsbezogenen personalen Merkmalen befragt. Es liegen Daten von 1.647 Kitas vor. Ergebnisse: Die meisten Kitas nutzten mindestens einmal pro Woche Spaziergänge, Ausflüge und (externe) Hallen zur Bewegungsförderung, sehr selten digitale Angebote oder Schwimmbäder. Fast alle ermöglichten eine tägliche freie Bewegungszeit von mindestens einer Stunde. Nur ein Viertel bot eine ebenso lange strukturierte Bewegungszeit an, für die ein regelmäßiger Austausch im Team zu Bewegung, ausreichend Flächen in der Kita und gemeinsame Bewegung des Personals mit den Kindern förderliche Faktoren waren. Schlussfolgerungen: Bewegungsförderung ist in Kitas verbreitet, aber strukturierte Bewegungszeiten sind nicht ausreichend etabliert. Um diese zu erhöhen, könnte an räumlichen und organisatorischen Bedingungen, aber auch am Bewegungsverhalten des Personals angesetzt werden.              Bar­rieren der In­anspruch­nahme psycho­therapeu­tischer Ver­sorgung junger Er­wachsener: Indivi­duelle und regio­nale Einfluss­faktoren Wed, 19 Nov 2025 09:00:00 +0100 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_4_Barrieren-psychotherapeutischer-Versorgung.html Abstract: Hintergrund: Psychische Belastungen sind unter jungen Erwachsenen in Deutschland weit verbreitet. Im Vergleich dazu bleibt die Inanspruchnahme professioneller Hilfe gering. Ziel der vorliegenden Studie ist es, die Häufigkeit spezifischer Barrieren zu identifizieren und zu prüfen, welche individuellen sowie regionalen Faktoren mit einem unerfüllten Hilfebedarf assoziiert sind. Methode: 3.051 ehemalige Teilnehmende der KiGGS-Studie (16 bis 25 Jahre) nahmen an einer Online-Befragung teil. Mittels Gruppenvergleichen und Regressionsanalysen wurden Zusammenhänge mit unerfülltem Hilfebedarf untersucht. Ergebnisse: 42,6 % der Befragten berichteten, trotz angeratenem oder selbst wahrgenommenem Bedarf keine professionelle Hilfe in Anspruch genommen zu haben. Am häufigsten genannt wurden Barrieren im Umgang mit dem eigenen Hilfebedarf (Problemleugnung) sowie negative Einstellungen gegenüber der Inanspruchnahme professioneller Hilfe (Hilfesuchstigma). Innerhalb dieser Gruppe wurde unerfüllter Hilfebedarf häufiger von Frauen, Personen mit niedrigem subjektivem sozialen Status, depressiven oder Angstsymptomen, geringerer psychischer Lebensqualität oder unzureichender Gesundheitskompetenz genannt. Regionale Merkmale wie die Versorgungsdichte oder sozioökonomische Deprivation zeigten keinen Zusammenhang. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse betonen die Bedeutung subjektiver Hürden im Hilfesuchverhalten. Niedrigschwellige Angebote können dabei helfen, Selbstwahrnehmung, Bewertungskompetenz und Offenheit im Umgang mit psychischen Belastungen zu fördern und das Risiko für psychische Störungen zu mindern.