Robert Koch-Institut: Journal of Health Monitoring https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/journal-of-health-monitoring-node.html Dies ist der RSS Feed des Robert Koch-Instituts zum Journal of Health Monitoring.    de-de    Copyright by Robert Koch-Institut. Alle Rechte vorbehalten    webmaster@rki.de    webmaster@rki.de    60          Sozialräumliche Unterschiede von Übergewicht und Adipositas im Vorschulalter: Ein Überblick mit Daten der Schuleingangs­untersuchung Wed, 15 Jul 2026 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/johm-11-12-DE.html Abstract: Hintergrund: Aus Schuleingangsuntersuchungen (SEU) der Länder liegen Messdaten zu Körpergröße und -gewicht von Kindern im Vorschulalter vor. Die Übergewichts- und Adipositasprävalenzen stehen für die Gesundheitsberichterstattung (GBE) zur Verfügung und können auf aggregierter Ebene mit weiteren Faktoren verknüpft werden. Der Beitrag beschreibt Übergewichts -und Adipositasprävalenzen bei Vorschulkindern anhand aggregierter SEU-Daten, differenziert nach zwei sozialräumlichen Indikatoren. Methode: Im Projekt AdiRaum 2.0 wurden aggregierte SEU-Daten der Einschulungsjahre 2006 – 2024 zu Übergewicht und Adipositas aus 13 Ländern (sofern verfügbar) zusammengeführt. Exemplarisch wurden die Übergewichts- und Adipositasprävalenzen für das Einschulungsjahr 2019 mit Indikatoren der Siedlungsstruktur und der sozioökonomischen Deprivation verknüpft. Ergebnisse: Es wurden Daten von 4.269.299 Kindern im Alter von 4 bis 7 Jahren zusammengefügt. Die Prävalenz von Übergewicht (inkl. Adipositas) lag im Zeitraum 2006 – 2024 zwischen 8,6 % und 13,4 % und die Adipositasprävalenz zwischen 3,7 % und 5,9 %. Im Jahr 2019 waren Kinder aus Kreisen mit hoher sozioökonomischer Deprivation häufiger von Adipositas betroffen als Kinder anderer Kreise. Schlussfolgerungen: Die Analysen bestätigen, dass hohe sozioökonomische Deprivation bereits im Kindesalter ein zentraler Risikofaktor für Übergewicht und Adipositas ist. Zur Darstellung sind aggregierte SEU-Daten von Kindern im Vorschulalter geeignet. Prävention sollte gesundheitliche Ungleichheit im Kindesalter auf Verhältnisebene in den Blick nehmen und reduzieren.              Zeitliche Trends bei Risiko­faktoren und Komorbiditäten bei Personen mit einem erstmaligen, im Krankenhaus behandelten Herzinfarkt zwischen 1985 und 2023 – Ergebnisse aus dem Herzinfarkt­register Augsburg Wed, 15 Jul 2026 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/johm-11-13-DE.html Abstract: Hintergrund: Seit 40 Jahren erfasst das Augsburger Herzinfarktregister alle Fälle von stationär behandelten akuten Herzinfarkten (AHI) sowie prähospitalen Todesfällen aufgrund einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Adipositas, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes mellitus und Rauchen sind wichtige Risikofaktoren für KHK und AHI. Methode: Es wurden die Häufigkeiten sowie zeitlichen Trends der oben genannten Begleiterkrankungen und Risikofaktoren bei stationär behandelten Personen mit einem erstmaligen AHI analysiert. Ergebnisse: Die Prävalenz von Adipositas (BMI > 30 kg/m²) bei AHI-Patientinnen und -Patienten stieg zwischen 1985 und 2023 stetig an. Bei Bluthochdruck und erhöhten Blutfetten war von 1985 bis in die frühen 2000er Jahre ein Anstieg zu verzeichnen, gefolgt von einem anschließenden Rückgang bis 2023. Ebenso nahm die Prävalenz von Diabetes bei männlichen AHI-Patienten nach einem Anstieg in den ersten beiden Jahrzehnten in den letzten Jahren leicht ab. Bei Frauen blieb der Anteil der Patientinnen mit bekanntem Diabetes in den ersten beiden Jahrzehnten unverändert, ging jedoch seit der Jahrtausendwende ebenfalls zurück. Während sich die Zahl der AHI-Patienten, die aktuelle oder ehemalige Raucher waren, im Zeitverlauf kaum veränderte, zeigte sich bei den Patientinnen in beiden Gruppen ein deutlicher Anstieg. Schlussfolgerungen: Die Prävalenz wichtiger Begleiterkrankungen und Risikofaktoren bei stationär behandelten AHI-Patientinnen und -Patienten hat sich in den letzten vier Jahrzehnten verändert. Insbesondere der stetige Anstieg von Adipositas sowie des Rauchens bei AHI-Patientinnen macht deutlich, dass Präventionsmaßnahmen verstärkt werden müssen, um die negativen Auswirkungen nicht nur auf die koronare, sondern auch auf die kardiovaskuläre Gesundheit und den allgemeinen Gesundheitszustand zu verringern.              Ein Jahr nach der Teillegalisierung in Deutschland: Trends des Cannabiskonsums junger Menschen von 2008 bis 2025 Wed, 01 Jul 2026 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/FactSheets/johm_11_11_DE.html Abstract: Hintergrund: Ein Jahr nach der Teillegalisierung von Cannabis wurden Auswirkungen auf den Cannabiskonsum junger Menschen in Deutschland untersucht. Methode: Auf Grundlage von zwölf repräsentativen Studien aus den Jahren 2008 bis 2025 wurden Veränderungen der 12-Monats-Prävalenz des Cannabiskonsums von 12- bis 17-jährigen Jugendlichen und 18- bis 25-jährigen jungen Erwachsenen dargestellt und zeitliche Trendverläufe geschätzt. Ergebnisse: Bei weiblichen und männlichen Jugendlichen sowie jungen Frauen kam es zwischen 2023 und 2025 zu keiner statistisch signifikanten Veränderung der 12-Monats-Prävalenz des Cannabiskonsums. Bei jungen Männern zeigte sich hingegen ein statistisch signifikanter Anstieg des Konsums. Dieser stellt jedoch keine neue Entwicklung dar, sondern setzt einen Trend fort, der in dieser Gruppe seit 2008 zu beobachten ist. Schlussfolgerungen: Ein Jahr nach der Teillegalisierung fand sich kein Hinweis eines unmittelbaren Effekts auf die Verbreitung des Cannabiskonsums unter jungen Menschen in Deutschland. Weitere Studien sollten die zukünftige Entwicklung beobachten.              Psychische Gesundheit geflüchteter Menschen aus der Ukraine in Deutschland im Vergleich mit anderen Bevölkerungs­gruppen – Ergebnisse der IAB-BAMF-SOEP-Befragung 2023 Wed, 01 Jul 2026 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/johm-11-10-DE.html Abstract: Hintergrund: Bislang ist wenig über die psychische Gesundheit von geflüchteten Menschen aus der Ukraine in Deutschland bekannt. Ziel ist es daher, das Vorliegen einer depressiven (DS) und Angstsymptomatik (AS) bei geflüchteten Menschen aus der Ukraine zu beschreiben, relevante Einflussfaktoren zu identifizieren und die Prävalenzen psychischer Belastungen mit anderen Herkunftsgruppen zu vergleichen. Methode: Die Auswertungen basieren auf der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten (2023), ergänzt um Daten der SOEP-Hauptbefragung. Es wurden altersadjustierte Prävalenzen der psychischen Belastungen von Menschen ohne Migrationsgeschichte (n =13.210), mit eigener Migrationserfahrung (n = 4.889) sowie von geflüchteten Menschen aus der Ukraine (n = 3.039) und jenen aus Afghanistan, Irak, Iran und Syrien (n = 3.011) berechnet. Um Zusammenhänge zwischen den psychischen Belastungen und ausgewählten sozialen Determinanten zu untersuchen, wurden Prevalence Ratios mittels Poisson-Regressionen geschätzt. Ergebnisse: Die altersadjustierten Prävalenzen einer DS (21 %) und AS (13 %) sind bei geflüchteten Menschen aus der Ukraine höher als bei Menschen mit und ohne Migrationserfahrung. Insgesamt berichten Frauen – unabhängig vom Vorliegen einer Migrations- oder Fluchterfahrung – häufiger von psychischen Belastungen als Männer. Soziale Einbindung, Diskriminierungserfahrungen sowie Erwerbstätigkeit stellen für geflüchtete Menschen aller betrachteten Herkunftsländer relevante Determinanten der psychischen Gesundheit dar. Bei Ukrainerinnen und Ukrainern zeigen sich zudem Zusammenhänge mit Alter, Geschlecht, Einkommen sowie Wohnzufriedenheit, während Deutschkenntnisse für geflüchtete Menschen aus anderen Herkunftsländern bedeutsam waren. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse verweisen auf einen hohen psychosozialen Versorgungsbedarf. Zudem sind postmigratorische Faktoren eng mit den psychischen Belastungen verbunden, wobei insbesondere Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen mit einer schlechteren psychischen Gesundheit assoziiert sind.              Wahrgenommener Stress und Coping bei Erwachsenen in Deutschland: Ergebnisse aus dem Panel „Gesundheit in Deutschland“ 2024 Wed, 17 Jun 2026 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/johm-11-08-DE.html Abstract: Hintergrund: Stress und Coping sind zentrale Determinanten der psychischen Gesundheit, jedoch liegen für Deutschland kaum repräsentative Daten vor. Diese Studie liefert bevölkerungsbezogene Ergebnisse zur Häufigkeit von Stress, Coping und deren Zusammenhang. Methode: Datengrundlage war die repräsentative Studienreihe „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts (Welle 2024; n = 27.102, 51,1 % Frauen, 18 – 99 Jahre). Es erfolgten deskriptive Analysen von Stress (Perceived Stress Scale; PSS-10) und Coping (Short Adult Coping Scale; SACS-16) nach Geschlecht, Alter und Bildung sowie Regressionsanalysen zu deren Zusammenhängen. Ergebnisse: Etwa 20 % der Befragten wiesen eine erhöhte Stressbelastung auf, insbesondere Frauen, Personen im erwerbsfähigen Alter und Personen mit niedrigen und mittleren formalen Bildungsabschlüssen. Problemlösen, proaktives Coping und Coping-Flexibilität waren mit geringerem, Verdrängung und Wunschdenken mit höherem Stresserleben assoziiert. Unterschiede in Copingstrategien zeigten sich vor allem nach Altersgruppen. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse unterstreichen die Public-Health-Relevanz von Stress und weisen auf mögliche Ansatzpunkte für Präventionsmaßnahmen durch die Förderung geeigneter und zielgruppenspezifischer Copingstrategien hin.              Ein- und Durchschlafstörungen bei Erwachsenen in Deutschland. Ergebnisse des Panels „Gesundheit in Deutschland“ 2024 Wed, 03 Jun 2026 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/FactSheets/JHealthMonit_2026_11_07_Ein-und_Durchschlafstoerungen.html Abstract: Hintergrund: Schlafstörungen können mit negativen Folgen für die Lebensqualität, Funktionsfähigkeit und Gesundheit einhergehen. In diesem Beitrag wird die Verbreitung von Ein- und Durchschlafstörungen bei Erwachsenen in Deutschland im Jahr 2024 untersucht. Methode: Im Panel „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts wurden n = 27.038 Teilnehmende (51,1 % weiblich) zur Häufigkeit von Ein- und Durchschlafstörungen in den letzten vier Wochen befragt. Die Analysen wurden nach Geschlecht, Alter und Bildung stratifiziert. Ergebnisse: Insgesamt gaben 16,3 % der Befragten Ein- und 31,7 % Durchschlafstörungen an. Es bestehen Geschlechts-, Alters- und Bildungsunterschiede, wobei sich höhere Prävalenzen insbesondere bei Frauen und Menschen aus der niedrigen Bildungsgruppe zeigten. Schlussfolgerungen: Etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland berichtet Ein- oder Durchschlafstörungen. Die Ergebnisse betonen die hohe Public-Health-Relevanz von Problemen beim Ein- und Durchschlafen.              Das Unfallgeschehen bei Erwachsenen in Deutschland – Ergebnisse aus dem Unfallmodul des Panels „Gesundheit in Deutschland“ 2024 Wed, 20 May 2026 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2026_11_06_Unfallgeschehen.html Abstract: Hintergrund: Unfälle verursachen menschliches Leid, hohe Kosten und sie sind eine relevante Todesursache. 34.060 Menschen starben in Deutschland im Jahr 2024 durch Unfälle. Daten zum nicht-tödlichen Unfallgeschehen liefert das Panel „Gesundheit in Deutschland“ 2024 des Robert Koch-Instituts. Methode: Im Unfallmodul der Studie gaben 26.923 Personen ab 18 Jahren Auskunft über unfallbedingte Verletzungen in den letzten zwölf Monaten, die ärztlich versorgt wurden. Zum letzten Unfall wurden detaillierte Angaben erfasst. Unfallprävalenzen (95 %-KI) und weitere Ergebnisse zum Unfallgeschehen (Anteile mit 95 %-KI) wurden berechnet. Ergebnisse: Insgesamt berichten 9,5 % der Frauen und 10,5 % der Männer von mindestens einer Unfallverletzung. Der Unterschied ist signifikant. Der größte Teil der Unfälle passierte zu Hause (36,0 %), es folgen Verkehr, Freizeit und Arbeit. Unfälle passieren bei Frauen signifikant häufiger zu Hause und seltener am Arbeitsplatz als bei Männern. Im Arbeitsunfallgeschehen bei Männern gibt es Unterschiede nach Bildung. Der häufigste Unfallmechanismus ist der Sturz (30,4 %). Bei Frauen ereignen sich signifikant mehr Unfälle durch Stürze als bei Männern. Fast jedes fünfte Unfallopfer wurde stationär im Krankenhaus behandelt (18,7 %). Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse verdeutlichen die gesellschaftliche Relevanz von Unfallverletzungen. Erste Analysen des Unfallmoduls identifizieren zentrale Unfallorte und betroffene Gruppen. Weitere Auswertungen sollen Präventionspotenziale detaillierter aufzeigen.              Kontextfaktoren für die Surveillance nichtübertragbarer Krankheiten (NCD) in Deutschland: Politische, soziale und umweltbezogene Indikatoren Wed, 29 Apr 2026 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2026_11_05_Kontextfaktoren_NCD.html Abstract: Hintergrund: Die Gesundheit der Bevölkerung wird durch politische, soziale und umweltbezogene Rahmenbedingungen – in der vorliegenden Arbeit als Kontextfaktoren bezeichnet – geprägt, die das Risiko für Typ-2-Diabetes und weitere nichtübertragbare Krankheiten (NCD) beeinflussen. Der Artikel gibt einen Überblick über ausgewählte Indikatoren aus diesem Bereich. Methode: Die Indikatoren wurden basierend auf einer Literaturrecherche und einem mehrstufigen Auswahlverfahren unter Berücksichtigung ihrer Relevanz für die Prävention von Diabetes und anderen NCD sowie ihrer Datenverfügbarkeit entwickelt. Für die Operationalisierung wurden verfügbare bundesweite Daten verwendet. Ergebnisse: Es wurden sechs Indikatoren konsentiert: Tabakkontrolle, Verbraucherpreisindex, Lebensmittelbesteuerung und Präventionsausgaben für den Bereich Gesundheitspolitische Maßnahmen, Armutsrisikoquote für den Bereich Arbeit und Soziales sowie Verkehrsmittelnutzung für den Bereich bebaute und physische Umwelt. Die Zeitreihen zu diesen Indikatoren sind in die NCD-Surveillance des Robert Koch-Instituts (RKI) integriert und werden auf dem Webportal der Gesundheitsberichterstattung dargestellt. Die Ergebnisse für alle Indikatoren weisen auf unzureichende Präventionsmaßnahmen hin. Schlussfolgerungen: Indikatoren zu Rahmenbedingungen tragen dazu bei, die zeitliche Entwicklung von verhältnisbasierten Einflussfaktoren der Gesundheit abzubilden. Im Rahmen der NCD-Surveillance am RKI ist die kontinuierliche Weiterentwicklung dieses Themenbereichs vorgesehen.