Robert Koch-Institut: Journal of Health Monitoring https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/journal-of-health-monitoring-node.html Dies ist der RSS Feed des Robert Koch-Instituts zum Journal of Health Monitoring.    de-de    Copyright by Robert Koch-Institut. Alle Rechte vorbehalten    webmaster@rki.de    webmaster@rki.de    60          Körperliche Aktivität in Deutschland: Diskrepanz zwischen hoher gesellschaftlicher Erwartung und tatsächlichem Aktivitätsverhalten im Alter Wed, 26 Nov 2025 09:00:00 +0100 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_4_Koerperliche_Aktivitaet_Alter.html Abstract: Hintergrund: Körperlich aktiv zu bleiben trägt im Alter nachweislich zu einem längeren und gesünderen Leben ohne Unterstützungsbedarf bei. Entsprechend hat sich eine gesellschaftliche Erwartung im Alter aktiv zu bleiben (präskriptive Altersnorm) etabliert – vor allem unter älteren Menschen selbst. Aber sind sie tatsächlich entsprechend körperlich aktiv? Methode: Anhand repräsentativer Daten der Befragung Age_ISM Germany (Alter 16 – 96) wird untersucht, wie stark ältere im Vergleich zu jüngeren Befragten der präskriptiven Norm zustimmen, dass „alte Menschen normalerweise körperlich aktiv bleiben sollten“. Demgegenüber gestellt wird das tatsächliche Aktivitätsverhalten 18- bis über 90-Jähriger anhand der GEDA-Umfragedaten 2019/2020 des Robert Koch-Instituts. Hierdurch werden die Zustimmung zur präskriptiven Norm und das tatsächliche Verhalten miteinander verglichen. Ergebnisse: Obwohl die präskriptive Altersnorm, körperlich aktiv zu bleiben, in den höheren Altersgruppen stärker befürwortet wird als in den jüngeren Altersgruppen, ist der Anteil der Personen, die nach Definition der Weltgesundheitsorganisation ausreichend aktiv sind, in höheren Altersgruppen signifikant geringer. Schlussfolgerungen: Es zeigt sich eine Norm-Verhaltens-Lücke: Besonders ab 75 Jahren klaffen Erwartungen an körperliche Aktivität und tatsächliches Verhalten zunehmend auseinander. Auf individueller Ebene kann das negative Altersstereotyp des inaktiven, passiven alten Menschen, beispielsweise dazu beitragen, dass sich ältere Menschen weniger von Bewegungsprogrammen angesprochen fühlen. Auf gesellschaftlich-struktureller Ebene könnte dies auf einen Mangel an alterssensiblen Bewegungsangeboten hinweisen.              Bewegung und Bewegungsförderung in Deutschland – Ein Überblick Wed, 26 Nov 2025 09:00:00 +0100 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_4_Bewegungsfoerderung_Ueberblick.html Abstract: Hintergrund: Regelmäßige Bewegung ist gesund, dennoch bewegt sich ein großer Teil der Bevölkerung in Deutschland zu wenig. Dies hat erhebliche gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen. Da das Thema verschiedene Lebenswelten und politische Sektoren betrifft, fehlt häufig ein systematischer Überblick über verfügbare Daten zum Bewegungsverhalten sowie zur Praxis der Bewegungsförderung in Deutschland. Methode: Der Beitrag basiert auf vier vom Bundesministerium für Gesundheit in den Jahren 2022 bis 2024 veröffentlichten Bestandsaufnahmen zur Bewegungsförderung in Deutschland. Analysiert wurden Daten zum Bewegungsverhalten (Sekundärdatenanalyse) sowie zur Praxis der Bewegungsförderung in verschiedenen Sektoren (Mixed-Methods-Ansatz). Dabei wurde zwischen guter Praxis (Projekte mit nachgewiesener Wirksamkeit) und etablierter Praxis (routinemäßige Aktivitäten) der Bewegungsförderung differenziert. Ergebnisse: Zwischen 1993 und 2024 erhoben elf Institutionen aus unterschiedlichen politischen Sektoren in 23 größeren Studien Daten zum Bewegungsverhalten. Aktuelle Daten zeigen, dass ältere Menschen, Frauen, sozioökonomisch benachteiligte Gruppen und Menschen mit nichtübertragbaren Erkrankungen weniger aktiv sind. Insgesamt wurden 43 Projekte guter Praxis und 88 Maßnahmen etablierter Praxis identifiziert. Während die Wirksamkeit für gute Praxis nachgewiesen ist, trifft dies nur auf 11 % der etablierten Praxis zu. Gute Praxis erreicht seltener eine Reichweite von mindestens 100.000 Personen (12 % der eingeschlossenen Projekte) als etablierte Praxis (25 %). Zudem ist die Laufzeit guter Praxis häufiger auf unter fünf Jahre begrenzt (33 %) als bei etablierter Praxis (9 %). Schlussfolgerungen: Bewegungsförderung ist ein intersektorales Handlungsfeld, welches eine verstärkte strukturelle Verankerung und Verantwortungsübernahme erfordert. Um mehr Menschen in Bewegung zu bringen, sollte die Reichweite guter Praxis erhöht und die Wirksamkeit etablierter Praxis häufiger evaluiert werden. Die seitens des Bundes geplante Gründung eines Nationalen Kompetenzzentrums für Bewegungsförderung bietet hierfür eine Chance.              Bestands­aufnahme der Bewegungs­förderung in Kitas in Deutsch­land. Ergeb­nisse einer Quer­schnitt­befragung des BeweKi-Projekts Wed, 19 Nov 2025 09:00:00 +0100 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_4_BeweKi-Projekt.html Abstract: Hintergrund: Bewegungsförderung sollte früh beginnen, da sich ein aktiver Lebensstil in jungen Jahren leichter etablieren lässt und sich positiv bis ins Erwachsenenalter auswirken kann. Kitas eignen sich besonders für Bewegungsförderung, da über 90 % der Kinder ab drei Jahren eine Kita besuchen. Trotz zahlreicher Programme fehlt eine wissenschaftliche Datenbasis zur Verbreitung konkreter Maßnahmen sowie ausreichende Evidenz zu Einflussfaktoren auf deren Umsetzung. Methode: Mit der Befragung zum Stand der Bewegungsförderung in Kindertageseinrichtungen (BeweKi-Status 2022/2023) wurden Kita-Leitungen zu strukturellen Bedingungen und das pädagogische Personal zu bewegungsbezogenen personalen Merkmalen befragt. Es liegen Daten von 1.647 Kitas vor. Ergebnisse: Die meisten Kitas nutzten mindestens einmal pro Woche Spaziergänge, Ausflüge und (externe) Hallen zur Bewegungsförderung, sehr selten digitale Angebote oder Schwimmbäder. Fast alle ermöglichten eine tägliche freie Bewegungszeit von mindestens einer Stunde. Nur ein Viertel bot eine ebenso lange strukturierte Bewegungszeit an, für die ein regelmäßiger Austausch im Team zu Bewegung, ausreichend Flächen in der Kita und gemeinsame Bewegung des Personals mit den Kindern förderliche Faktoren waren. Schlussfolgerungen: Bewegungsförderung ist in Kitas verbreitet, aber strukturierte Bewegungszeiten sind nicht ausreichend etabliert. Um diese zu erhöhen, könnte an räumlichen und organisatorischen Bedingungen, aber auch am Bewegungsverhalten des Personals angesetzt werden.              Bar­rieren der In­anspruch­nahme psycho­therapeu­tischer Ver­sorgung junger Er­wachsener: Indivi­duelle und regio­nale Einfluss­faktoren Wed, 19 Nov 2025 09:00:00 +0100 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_4_Barrieren-psychotherapeutischer-Versorgung.html Abstract: Hintergrund: Psychische Belastungen sind unter jungen Erwachsenen in Deutschland weit verbreitet. Im Vergleich dazu bleibt die Inanspruchnahme professioneller Hilfe gering. Ziel der vorliegenden Studie ist es, die Häufigkeit spezifischer Barrieren zu identifizieren und zu prüfen, welche individuellen sowie regionalen Faktoren mit einem unerfüllten Hilfebedarf assoziiert sind. Methode: 3.051 ehemalige Teilnehmende der KiGGS-Studie (16 bis 25 Jahre) nahmen an einer Online-Befragung teil. Mittels Gruppenvergleichen und Regressionsanalysen wurden Zusammenhänge mit unerfülltem Hilfebedarf untersucht. Ergebnisse: 42,6 % der Befragten berichteten, trotz angeratenem oder selbst wahrgenommenem Bedarf keine professionelle Hilfe in Anspruch genommen zu haben. Am häufigsten genannt wurden Barrieren im Umgang mit dem eigenen Hilfebedarf (Problemleugnung) sowie negative Einstellungen gegenüber der Inanspruchnahme professioneller Hilfe (Hilfesuchstigma). Innerhalb dieser Gruppe wurde unerfüllter Hilfebedarf häufiger von Frauen, Personen mit niedrigem subjektivem sozialen Status, depressiven oder Angstsymptomen, geringerer psychischer Lebensqualität oder unzureichender Gesundheitskompetenz genannt. Regionale Merkmale wie die Versorgungsdichte oder sozioökonomische Deprivation zeigten keinen Zusammenhang. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse betonen die Bedeutung subjektiver Hürden im Hilfesuchverhalten. Niedrigschwellige Angebote können dabei helfen, Selbstwahrnehmung, Bewertungskompetenz und Offenheit im Umgang mit psychischen Belastungen zu fördern und das Risiko für psychische Störungen zu mindern.              Einordnung der Rauchprävalenz im Kontext der Tabakkontroll­maßnahmen in Europa Wed, 24 Sep 2025 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_03_Tabakkontrollmassnahmen.html Abstract: Hintergrund: Das Rahmenübereinkommen der Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Tabakkontrollmaßnahmen, deren Umsetzung in Europa mit der Tabakkontrollskala bewertet wird. Ziel dieser Analyse ist es, das Rauchverhalten in den europäischen Ländern vor dem Hintergrund der nationalen Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums zu untersuchen. Methode: Zusätzlich zur Analyse des aktuellen Tabakkonsums wurde der Zusammenhang zwischen Ergebnissen der Tabakkontrollskala 2019 inklusive der Maßnahmenbereiche und der Rauchprävalenz in 29 europäischen Ländern auf Basis der Daten der dritten Welle des European Health Interview Survey (EHIS 3) untersucht. Dieser wurde anhand von Streudiagrammen visualisiert und mittels Pearson-Korrelationskoeffizienten ausgewertet. Ergebnisse: In Europa rauchen durchschnittlich 24,4 % der Erwachsenen, mit starken Unterschieden zwischen den Ländern. Auch zeigen sich zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wobei in allen untersuchten Ländern anteilig mehr Männer als Frauen rauchen. Ein höherer Gesamtwert bei der Tabakkontrollskala ist mit einer niedrigeren Rauchprävalenz sowohl bei Frauen als auch bei Männern assoziiert. Auch die Maßnahmenbereiche Unterstützung beim Rauchstopp und Werbeverbote zeigen negative Korrelationen mit der Rauchprävalenz. Schlussfolgerungen: Eine konsequente Umsetzung von Tabakkontrollmaßnahmen ist mit einer niedrigeren Rauchprävalenz in Europa assoziiert. Das unterstreicht die Bedeutung umfassender Tabakkontrollstrategien zur Reduktion des Tabakkonsums.              Cannabis­konsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutsch­land: Studien­ergebnisse und Präventions­angebote des BIÖG Wed, 24 Sep 2025 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_03_Cannabiskonsum.html Abstract: Hintergrund: Mit dem Konsumcannabisgesetz erfolgte am 1. April 2024 eine Teillegalisierung von Cannabis. Für Jugendliche unter 18 Jahren bleibt Cannabis weiterhin verboten. Der Beitrag untersucht, wie sich die Verbreitung des Cannabiskonsums unter jungen Menschen in Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt entwickelt hat und stellt Präventionsmaßnahmen und Förderprojekte des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA) dar. Methode: Anhand repräsentativer Studien des BIÖG werden für 12- bis 17-jährige Jugendliche und 18- bis 25-jährige junge Erwachsene soziodemografische Unterschiede im Jahr 2023 und Trends der 12-Monats-Prävalenz des Cannabiskonsums in den Jahren 2008 bis 2023 untersucht. Aktuelle Präventionsangebote werden systematisch dargestellt. Ergebnisse: Die 12-Monats-Prävalenz des Cannabiskonsums änderte sich vor der Teillegalisierung bei weiblichen und männlichen Jugendlichen wenig, erhöhte sich bei jungen Frauen (2008: 8,3 %; 2023: 19,4 %) und Männern (2008: 14,8 %; 2023: 26,9 %) aber deutlich. Der Fokus von Maßnahmen der Cannabisprävention liegt im schulischen Setting und auf digitalen Angeboten. Schlussfolgerungen: Effekte der Teillegalisierung auf den Cannabiskonsum Jugendlicher und junger Erwachsener müssen durch Folgestudien evaluiert werden. Das BIÖG bietet für unterschiedliche Zielgruppen fundierte Informationen zu Cannabis, dessen Wirkweise und den gesundheitlichen Risiken sowie digitale Beratungsangebote und Selbsttests an und baut seine Angebote kontinuierlich aus.              Schlaganfall – Prävalenz, Trends und regionale Verteilung in Deutschland. Eine Auswertung auf Basis von GKV-Routinedaten Wed, 24 Sep 2025 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_03_Schlaganfall.html Abstract: Hintergrund: Im Rahmen der Krankheitslaststudie für Deutschland werden bevölkerungsbezogene Prävalenzen für wichtige Erkrankungen bestimmt. Dadurch lassen sich auch regionale Muster und zeitliche Trends darstellen. Methode: Die 10-Jahres-Prävalenz von Schlaganfall wurde für 2017 – 2022 mithilfe von AOK-Routinedaten alters-, geschlechts- und morbiditätsadjustiert geschätzt (administrative 10-Jahres-Prävalenz). Ergebnisse: Im Jahr 2022 lebten 1,4 % der Bevölkerung in Deutschland mit den Folgen eines bis zu 10 Jahre zurückliegenden Schlaganfalls (Frauen: 1,3 %, Männer: 1,6 %). Mit dem Alter steigt die Prävalenz kontinuierlich an – von 1,2 % (Frauen) bzw. 2,3 % (Männer) in der Altersgruppe 60 – 64 Jahre auf 8,3 % bzw. 9,8 % bei 90 – 94-Jährigen. Im Zeitverlauf blieb die altersstandardisierte Prävalenz seit 2017 weitgehend stabil. Die regionale Verteilung zeigt eine Variation zwischen den Regionen um bis zu 60 %. Niedrige Werte (unter 1,1 %) finden sich vor allem in süddeutschen Regionen, die höchsten Werte (über 1,5 %) ohne klares Muster z.B. in den Regionen Emscher-Lippe, Saar und Südthüringen. Schlussfolgerungen: Gemessen an der administrativen Prävalenz bleibt die Bedeutung von Schlaganfall für die Bevölkerungsgesundheit nicht zuletzt aufgrund der hohen Sterblichkeit hoch, wobei vor allem in höheren Altersgruppen nach wie vor hohe Prävalenzen erreicht werden. Um einen Rückgang zu erreichen, sind neben gezielten Interventionen mehr niedrigschwellige, evidenzbasierte Präventionsangebote erforderlich.              Neubewertung des Alkohol­konsums in Deutschland – Welche Bevölkerungs­gruppen haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko? Wed, 24 Sep 2025 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_03_Neubewertung_Alkoholkonsum.html Abstract: Hintergrund: Laut dem neuen Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gibt es keinen gesundheitlich risikofreien Alkoholkonsum. Ein bis zwei alkoholische Getränke pro Woche sind mit einem geringen, drei bis sechs mit einem moderaten und mehr als sechs mit einem hohen Risiko für gesundheitliche Folgeschäden assoziiert. Nach diesen Kategorien wurde der Alkoholkonsum in Deutschland bewertet. Methode: Datenbasis ist die Studie Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA 2019/2020-EHIS) des Robert Koch-Instituts mit Daten von 22.708 Erwachsenen. Im telefonischen Interview wurden Häufigkeit und Menge des Alkoholkonsums erfragt. Ergebnisse: 21,1 % der Erwachsenen gaben an, keinen Alkohol zu trinken. 46,3 % haben einen Alkoholkonsum mit geringem Risiko für gesundheitliche Folgeschäden. Einen Konsum mit moderatem oder hohem Risiko gaben 32,5 % der Erwachsenen an, Männer deutlich häufiger (44,3 %) als Frauen (21,4 %). Am häufigsten war dieses Konsumverhalten bei Männern im Alter von 45 bis 64 Jahren sowie ab 65 Jahren (jeweils fast jeder Zweite) und bei Frauen zwischen 45 und 64 Jahren (etwa jede Vierte) und nahm bei beiden Geschlechtern in den höheren Bildungsgruppen zu. Schlussfolgerungen: Nahezu jede dritte erwachsene Person weist mit drei oder mehr alkoholischen Getränken pro Woche ein Konsumverhalten auf, das mit einem moderaten oder hohen Krankheitsrisiko assoziiert ist. Deshalb sollten Maßnahmen ergriffen werden, die den Alkoholkonsum nachweislich reduzieren, wie Werbeverbote, höhere Besteuerung und Beschränkung der Verfügbarkeit.              Entwicklung von Prävalenz und Fallzahl des diagnostizierten Typ-2-Diabetes in Deutschland: Prognosen bis 2050 Wed, 17 Sep 2025 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_03_Diabetes_Prognosen.html Abstract: Hintergrund: Um den Präventions- und Versorgungsbedarf für Typ-2-Diabetes in den kommenden Jahrzehnten aus Public-Health-Sicht einschätzen zu können, sind Vorhersagen zur Prävalenz- und Fallzahlentwicklung unerlässlich. Methode: Datengrundlage sind altersspezifische Schätzungen zur Prävalenz des diagnostizierten Diabetes aus dem Befragungssurvey Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA) 2022 sowie zum Anteil von Typ-2-Diabetes aus Routinedaten von Krankenversicherungen. Mit Routinedaten zur Inzidenz und Übersterblichkeit des Diabetes werden über ein Illness-Death-Modell verschiedene Szenarien zur Entwicklung der Häufigkeit des Typ-2-Diabetes modelliert. Ergebnisse: Ausgehend von einer Prävalenz des Typ-2-Diabetes von 8,6 % (Frauen: 8,2 %, Männer: 9,2 %) bzw. 6,05 Mio. betroffenen Personen (Frauen: 2,92 Mio., Männer 3,13 Mio.) im Jahr 2022 ist bei gleichbleibender Inzidenz und Übersterblichkeit ein Anstieg auf 16,1 % (Frauen: 14,8 %, Männer: 17,4 %) bzw. 11,01 Mio. (Frauen: 5,19 Mio., Männer: 5,82 Mio.) bis 2050 zu erwarten. Unter Annahme einer Inzidenzabnahme um jährlich 2,0 % steigt die Prävalenz lediglich auf 12,2 % (8,39 Mio.); bei gleichzeitiger Abnahme der Übersterblichkeit um jährlich 2,0 % zeigt sich ein Anstieg auf 13,0 % (8,94 Mio.). Schlussfolgerungen: Die Prognose wird v.a. durch Veränderungen in der Inzidenz beeinflusst. Primärpräventive Ansätze zur Verringerung von Risikofaktoren des Typ-2-Diabetes sind daher entscheidend, um einem Anstieg der Typ-2-Diabetes-Fallzahlen entgegenzuwirken.              Klimawandel und Prävention – Überprüfung der Präventions­indikatoren der Länder in Deutschland auf Bezüge zum Thema „Klimawandel und Gesundheit“ Wed, 17 Sep 2025 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_03_Praevention_und_Klima.html Abstract: Hintergrund: Die Risiken des Klimawandels für die menschliche Gesundheit werden zunehmend ersichtlich. Vor diesem Hintergrund wurde das von 2018 bis 2022 entwickelte Präventionsindikatorensystem der Länder auf seine Klimabezüge überprüft. Methode: Als erster Schritt wurde durch eine länderübergreifende Arbeitsgruppe ein Modell zu den Zusammenhängen von Klimawandel und Gesundheit im Kontext der Prävention erarbeitet. Zentrale Aspekte des Modells wurden in eine Leitfragen gestützte Checkliste überführt, anhand derer eine systematische, standardisierte und evidenzorientierte Bewertung des Klimabezugs des Präventionsindikatorensystems der Länder durchgeführt wurde. Ergebnisse: Für insgesamt 49 der 73 Präventionsindikatoren wurde ein Bezug zum Thema Klimawandel ermittelt. Am häufigsten ergab sich ein Klimabezug für Indikatoren, die besonders gefährdete Personengruppen für klimawandelbedingte Gesundheitsfolgen erfassen (27 Indikatoren), gefolgt von 18 Indikatoren, die Gesundheitsfolgen des Klimawandels aufgreifen. Schlussfolgerungen: Die entwickelte Bewertungsmethodik hat sich als geeignet erwiesen und kann zur Bewertung von Klimabezügen anderer Gesundheitsindikatorensysteme angewendet werden. Für das Präventionsindikatorensystem besteht Weiterentwicklungsbedarf im Hinblick auf noch unberücksichtigte Aspekte des Klimabezugs, z.B. in den Bereichen „Klimawandelfolgen mit Gesundheitsrelevanz“ und „Gesundheitskosten“ und Indikatoren zu impfpräventablen Erkrankungen als Klimaanpassungsmaßnahmen.              Erfassungs­defizite bei der Mütter­sterblichkeit in Deutschland: Eine Analyse statistischer Heraus­forderungen Wed, 03 Sep 2025 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_3_Muettersterblichkeit.html Abstract: Hintergrund: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Müttersterblichkeit als den Tod einer Frau während der Schwangerschaft oder bis 42 Tage danach. Die maternale Mortalitätsrate (MMR) dient als Indikator für die Qualität der Gesundheitsversorgung. In Deutschland basiert die Erfassung auf dem Leichenschauschein (ICD-10-Code), wobei Variationen in der Dokumentation zu Untererfassung führen. Studien deuten auf unzureichende Angaben in Berlin und Abfragen in Deutschland hin. Methode: Es wurden 2.316 Leichenschauscheine von Frauen (15 – 50 Jahre) aus dem Berliner Zentralarchiv (2019 – 2022) zur Identifikation mütterlicher Todesfälle analysiert und die Ausfüllqualität bewertet. Zudem wurde bundesweit die Erfassung des Schwangerschaftsstatus auf den Leichenschauscheinen untersucht. Ergebnisse: 14 maternale Todesfälle (ohne späte Fälle laut WHO) wurden identifiziert. Nur vier Fälle waren allein durch ICD-10-Codes als mütterliche Todesfälle erkennbar. Die für die Identifikation wichtige Zusatzangabe „Ist oder war die Frau schwanger?“ war bei etwa einem Viertel der gesichteten Leichenschauscheine verfügbar. In 73,2 % der Fälle blieb die Frage „Ist oder war die Frau schwanger?“ unbeantwortet. Der bundesweite Vergleich der Leichenschauscheine zeigte erhebliche Unterschiede: Nur Bayern und Bremen folgten der WHO-Definition. Sachsen-Anhalt erfasst den Schwangerschaftsstatus gar nicht. Schlussfolgerung: Die Erfassung der Müttersterblichkeit in Deutschland ist lückenhaft. Leichenschauscheine sind häufig unvollständig ausgefüllt. Viele Bundesländer erfassen Zeiträume außerhalb der WHO-Definition (3 –12 Monate nach Geburt). Ein standardisiertes nationales System zur Registrierung von mütterlichen Todesfällen ist nötig, um die Datenerhebung zu verbessern und eine bessere Prävention zu ermöglichen.              Wasserpfeifen­konsum in Deutschland (2018 – 2024): Prävalenz und sozio­demografische Unterschiede beim Einstiegsalter Wed, 27 Aug 2025 09:00:00 +0200 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_3_Wasserpfeifenkonsum.html Abstract: Hintergrund: Der Konsum von Wasserpfeifen (WP) ist mit Nikotinabhängigkeit und weiteren Gesundheitsrisiken verbunden. Diese Studie analysiert Trends des WP-Konsums mit Fokus auf altersgruppenspezifische Prävalenz und soziodemografische Unterschiede beim Einstiegsalter. Methode: Analysiert wurden Daten von 76.239 Personen ab 14 Jahren aus der Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA) Studie, einer fortlaufenden Reihe national repräsentativer Befragungen im Zwei-Monats-Rhythmus (2018 – 2024). Zur Modellierung der Prävalenztrends wurden binomiale logistische Regressionsmodelle mit restricted cubic splines verwendet. Ergebnisse: Die WP-Prävalenz nahm über die Zeit ab und lag Mitte 2024 bei schätzungsweise 0,9 % (95 %-KI = 0,6 –1,2). Sie setzte sich zusammen aus 0,1 % bei 14- bis 17-Jährigen, 0,3 % bei 18- bis 24-Jährigen, 0,3 % bei 25- bis 39-Jährigen und 0,2 % bei Personen ab 40 Jahren. Der Konsum stieg bis 2020 auf 2,8 % (95 %-KI = 2,3 – 3,4) an, blieb zwei Jahre stabil und sank danach – besonders bei 25- bis 39-Jährigen. Die Anteile bei 14- bis 17-Jährigen und ab 40 Jahren blieben durchgehend niedrig. Das mittlere Einstiegsalter lag bei 18 Jahren; ein früher Einstieg war mit männlichem Geschlecht und niedrigerem Einkommen assoziiert. Schlussfolgerungen: Der WP-Konsum stieg zunächst an, ging aber nach 2022 zurück. Früh einsteigende Gruppen – insbesondere junge Männer und Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status – sollten durch gezielte Public-Health-Maßnahmen adressiert werden.